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Internet-Info zum Vorkommen perfluorierter organischer Tenside (PFT) in der Ruhr

Was sind PFT?

Perfluorierte organische Tenside (PFT) werden industriell eingesetzt, um Gebrauchsgegenstände wie z. B. Papier, Verpackungsmaterialien und Textilien Wasser abweisend auszurüsten. Außerdem können sie in Reinigungsmitteln und Löschschaum vorkommen.

PFT bauen sich nicht biologisch ab. Sie finden sich bereits weltweit im menschlichen Blut und Gewebe sowie sogar in der Leber von Eisbären. Die von PFT ausgehende Gefährdung ist wissenschaftlich noch nicht abschließend geklärt.

Wie ist die Situation an der Ruhr?

Ursache für die PFT-Konzentration ist ein auf landwirtschaftlichen Flächen im Einzugsgebiet der Möhne illegal ausgebrachter, mit PFT kontaminierter „Bio-Dünger". Die am stärksten belastete Fläche in Brilon Scharfenberg wurde Anfang 2007 mit Mitteln der Landesregierung erfolgreich saniert. Die PFT - Konzentrationen kommt über die Möhne in die Ruhr. An der mittleren und unteren Ruhr nimmt die Konzentration aufgrund des Verdünnungseffekts durch weitere, unbelastete Zuflüsse ab.

Wie ist PFT zu bewerten?

Die Trinkwasserverordnung, die die Anforderungen an Trinkwasser verbindlich regelt, enthält aktuell keine Grenzwerte für die Stoffgruppe PFT. Die Trinkwasserkommission beim Bundesumweltamt ist für die Bewertung solcher Stoffe zuständig. Die Kommission ist in ihrer Sitzung am 21. Juni 2006 zu folgenden Ergebnissen gekommen:

  • Der lebenslang gesundheitlich duldbare Leitwert für alle Bevölkerungsgruppen wurde auf 0,3 Mikrogramm pro Liter (µg/l) festgelegt (1 Mikrogramm = 1 Millionstel Gramm). Zum gegenwärtigen Kenntnisstand gilt die Aufnahme von PFT in dieser Konzentration über das Trinkwasser auch über einen lebenslangen Zeitraum als unbedenklich. Kurzfristig sei sogar ein Wert bis 5 µg/l zulässig (für Säuglinge bis 0,5 µg/l).
  • Klare Zielvorgabe der Kommission ist, langfristig eine Minimierung auf eine PFT-Konzentration unter 0,1 µg/l im Trinkwasser zu erreichen.

Eine aktualisierte Zusammenstellung der wichtigsten Empfehlungen des Umweltbundesamtes in der Fassung vom 13.07.2006 haben wir am Ende aufgeführt.

Sind die Stadtwerke Menden betroffen?

Die Stadtwerke Menden beziehen aus 2 Quellen Trinkwasser:

Das Wasserwerk Ruhrtal fördert Grundwasser und Uferfiltrat der Ruhr. Die Wasserlieferung der Gelsenwasser AG stellt die 2. Bezugsquelle dar. Im Stadtgebiet Menden bilden sich durch die unterschiedlichen Einspeisungen Mischwässer.

In Abstimmung mit dem Gesundheitsamt wurden regelmäßig Proben genommen.

Folgend die Ergebnisse der Analysen von 2011:

Minimal

0,025 µg/l

Maximal

0,045 µg/l

Mittelwert

0,038 µg/l


Gibt es Einschränkungen in der Nutzung des Trinkwassers?

Das Trinkwasser der Stadtwerke Menden ist nach der Bewertung der Trinkwasserkommission des Bundesumweltamtes für alle Anwendungsbereiche unbedenklich. Die Konzentration von PFT im Trinkwasser liegt deutlich unter dem lebenslang gesundheitlich duldbaren Leitwert von 0,3 µg/l. Seit über einem Jahr wird auch der Zielwert von 0,1 µg/l deutlich unterschritten.

Was wurde getan?

  • Die SW Menden stehen in engem Kontakt mit den zuständigen Gesundheits- und Wasserbehörden.
  • Die Überprüfung der Roh- und Trinkwasserqualität wurde in Abstimmung mit dem Gesundheitsamt auf PFT ausgeweitet.
  • Seit Mai 2007 betreiben die SW Menden eine Versuchsanlage um ein optimales Aufbereitungsverfahren für die Wassergewinnung an der Ruhr zu ermitteln.
  • Die Sanierung der am stärksten belasteten landwirtschaftlichen Fläche in Brilon-Scharfenberg wurde mit Erfolg durch die zuständigen Behörden realisiert.
  • Der Ruhrverband steuert die Zuflüsse aus der Möhne in die Ruhr so, dass möglichst geringe Konzentrationen im Ruhrwasser entstehen.
  • Darüber hinaus fordern alle Wasserwerke an der Ruhr die Beseitigung der Verunreinigungen, die zu den PFT-Einträgen in das Flusswasser führen.

Weitere Informationen

Zusammenstellung der wichtigsten, in der UBA-Empfehlung vom 21.06.2006 (Fassung 13.07.2006) abgeleiteten Höchstwerte für Summen aus PFOA und PFOS:

Art des Höchstwertes  Abkürzung  Zahlenwert  Begründung 
Zielwert
(Langfristiges Mindestqualitätsziel bzw. allgemeiner Vorsorgewert für PFOA,PFOS und evtl. weitere PFT) 
GOW
Gesundheitlicher Orientierungswert des UBA 
≤ 0,1 µg/l  Abschnitt 2.1:
Lebenslange gesundheitliche Vorsorge, z. B. gegen die Anwesenheit weiterer PFT 
Lebenslang gesundheitlich duldbarer Leitwert für alle Bevölkerungsgruppen  LW des UBA  ≤ 0,3 µg/l  Abschnitt 3:
Bis zu dieser Konzentration sind Summen aus PFOA und PFOS lebenslang gesundheitlich duldbar 
Vorsorglicher Maßnahmewert für Säuglinge  VMW 0,5 µg/l  Abschnitt 2.4:
Vorsorglicher Schutz von Säuglingen, z. B. gegen die Anwesenheit weiterer PFT 
Maßnahmewert für Erwachsene  MW = VMW0  5,0 µg/l  Abschnitte 2.3 (VMW0) und 3 (MW) in Verbindung mit MW-Empfehlung:
Trinkwasser für Lebensmittelzwecke nicht mehr verwendbar 

Wenn Sie über die hier bereitgestellten Informationen hinaus Fragen an uns haben, rufen Sie uns einfach an. Ihr Ansprechpartner, Frank Eifler Tel. 169-260, steht Ihnen gerne zur Verfügung.