Energy Sharing
Gemeinsam regionalen Ökostrom nutzen
Gemeinsam regionalen Ökostrom nutzen
Nicht jeder hat die Möglichkeit, eine eigene Photovoltaikanlage auf dem Dach zu installieren. Mit Energy Sharing soll künftig trotzdem jeder die Chance haben, von lokal erzeugtem Sonnenstrom zu profitieren. Die Idee dahinter ist einfach: Mehrere Menschen oder Unternehmen nutzen gemeinsam den Strom aus einer Photovoltaikanlage. Der erzeugte Strom wird über das öffentliche Stromnetz verteilt und den Teilnehmern rechnerisch zugeordnet. So können auch Menschen ohne eigenes Dach oder Unternehmen mit wenig Platz einen Beitrag zur Energiewende leisten und regional erzeugten Ökostrom nutzen.
Eine Photovoltaikanlage erzeugt Strom. Dieser Strom wird einer Gruppe von Teilnehmern – einer sogenannten Energy-Sharing-Community – zugeordnet.
Wenn gerade genügend Strom erzeugt wird, stammt ein Teil Ihres Stromverbrauchs aus dieser gemeinsamen Anlage. Reicht die Stromproduktion einmal nicht aus, werden Sie wie gewohnt über Ihren Stromlieferanten versorgt. Die Stromversorgung bleibt also jederzeit sichergestellt.
Für Stromabnehmer einer Photovoltaikanlage ändert sich im Alltag kaum etwas. Der Strom kommt weiterhin über das bestehende Stromnetz – im Hintergrund wird lediglich berechnet, welcher Anteil aus der gemeinsamen Erzeugungsanlage stammt.
Dadurch können erneuerbare Energien dort genutzt werden, wo sie erzeugt werden – gemeinsam und nachhaltig.
Energy Sharing ist in Deutschland noch ein relativ neues Konzept. Damit es im Alltag funktioniert, müssen viele technische und organisatorische Voraussetzungen erfüllt sein.
Intelligente Messtechnik ist notwendig
Damit genau ermittelt werden kann, welcher Anteil des Stroms aus der gemeinsamen Erzeugungsanlage stammt, benötigen alle Teilnehmer moderne Stromzähler – sogenannte intelligente Messsysteme (Smart Meter): also sowohl der Betreiber der Solaranlage, als auch die Abnehmer des Stromüberschusses aus der PV-Anlage. Diese messen den Stromverbrauch und die Stromerzeugung in kurzen Zeitabständen und ermöglichen eine faire Zuordnung.
Viele Partner arbeiten zusammen
Beim Energy Sharing arbeiten verschiedene Unternehmen zusammen – zum Beispiel Netzbetreiber, Messstellenbetreiber, Stromlieferanten und die Betreiber der Erzeugungsanlage. Damit alles zuverlässig funktioniert, müssen Verbrauchsdaten sicher ausgetauscht, Strommengen korrekt berechnet und Abrechnungen erstellt werden. Diese Prozesse werden derzeit schrittweise aufgebaut.
Die Wirtschaftlichkeit muss stimmen
Auch beim Energy Sharing wird das öffentliche Stromnetz genutzt. Deshalb entstehen weiterhin Kosten für den Netzbetrieb sowie gesetzlich vorgeschriebene Preisbestandteile. Hinzu kommen Aufwendungen für moderne Messtechnik, Datenverarbeitung und Abrechnung. Deshalb ist Energy Sharing heute noch nicht in jedem Fall wirtschaftlicher als ein klassischer Stromtarif.
Fachverbände wie der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) und der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) sehen in Energy Sharing großes Potenzial für die Energiewende. Gleichzeitig weisen sie darauf hin, dass noch weitere technische Standards und praktikable Rahmenbedingungen erforderlich sind, damit sich Energy Sharing flächendeckend etablieren kann.
Energy Sharing eröffnet neue Möglichkeiten, lokal erzeugten Ökostrom gemeinsam zu nutzen und die Energiewende vor Ort zu unterstützen.
Die gesetzlichen Grundlagen werden derzeit weiterentwickelt und die technischen Prozesse nach und nach aufgebaut. Deshalb wird Energy Sharing in den kommenden Jahren voraussichtlich zunehmend an Bedeutung gewinnen.
Die Stadtwerke Menden verfolgen diese Entwicklung aufmerksam und prüfen kontinuierlich, wie wir unseren Privatkunden und kleineren Gewerbekunden künftig attraktive Energy-Sharing-Angebote ermöglichen können.
Preisbestandteil | netto | |
| Vergütung an PV-Anlagenbetreiber / Community-Strompreis | 9,00 ct/kWh | Beispielpreis |
| Abwicklung, IT, Bilanzierung, Abrechnung | 2,00 ct/kWh | |
| Netznutzung Niederspannung Stadtwerke Menden | 10,52 ct/kWh | |
| anteiliger Netzentgelt-Grundpreis | 2,29 ct/kWh | umgerechnet |
| Konzessionsabgabe | 1,59 ct/kWh | |
| Stromsteuer | 2,05 ct/kWh | |
| Umlagen, z. B. KWKG, Offshore, besondere Netznutzung | ca. 2,95 ct/kWh | |
| Zwischensumme netto | 30,40 ct/kWh | |
| Umsatzsteuer 19 % | 5,78 ct/kWh | |
| Beispielpreis brutto | 36,18 ct/kWh | |
| Bei 1.500 kWh | 542,70 € | |
| Vergleich StromFix 1.500 kWh | 506,70 € | |
| Differenz | 36,00 € | Preisvorteil zu Gunsten des Bestandskundentarifs StromFix |